Die Freiheitsgedanken der deutschen Klassiker, die ihm beim Überleben im KZ helfen, verficht er mit Leidenschaft bis zu seinem Tod.
Am Abend seiner Freilassung bekommt Nico Rost in seiner Berliner Wohnung Besuch vom NSDAP-Ortsgruppenleiter Seyering. Er legt ihm nahe, eine Reihe »objektiver« Artikel für Berliner Zeitungen zu schreiben. Rost weist das Ansinnen von sich und erhält dafür umgehend die Quittung: Er wird aus Deutschland ausgewiesen und muß binnen weniger Tage das Land verlassen. Von Berlin geht Rost nach Brüssel, wo er sich an der Herausgabe einer belgischen Zeitung beteiligt. Noch 1933 erscheint von ihm ein Buch. in dem er seine Erlebnisse im Konzentrationslager Oranienburg schildert. Es trägt den Titel »Een concentratiekamp in het Derde Rijk«. Während des Spanischen Bürgerkrieges ist er als Korrespondent seines Blattes in Spanien tätig und kehrt nach der Niederlage der Republikaner in die belgische Hauptstadt zurück. Seine Brüsseler Adresse in der Rue de Praetere 11 wird bald zu einer Anlaufstelle für Schriftsteller und Literaten, die aus Deutschland flüchten müssen. Sie finden bei ihm ersten Unterschlupf. Er kümmert sich um Beschäftigung und übersetzt viele ihrer Werke. Die Liste der Autoren, deren Bücher Rost früher und jetzt ins Holländische übertragen hat, enthält so bekannte Namen wie Döblin, Fallada, Feuchtwanger, Glaeser, Kisch, Merz, Roth, Seghers, Toller und Traven. Am 10. Mai 1940 fallen die deutschen Truppen in den Niederlanden und in Belgien ein. Die beiden kleinen Länder müssen nach wenigen Tagen kapitulieren. Hitler errichtet in ihnen ein Besatzungsregime. Nico Rost schließt sich sofort dem Widerstand an und wird für die Nazis bald ein wichtiger »Gesuchter«. Anfang 1943 gelingt es ihnen, ihn in Belgien zu verhaften. Zunächst ist er ein halbes Jahr lang im »Oranjehotel« von Scheveningen inhaftiert und wird dann in das Lager Vught gebracht. Dort trifft er mit dem bekannten holländischen Hegel-Forscher, Professor Telders, zusammen. Rost und Telders nutzen im Lager jede Gelegenheit zu Gesprächen. Beim Zählappell und bei der Arbeit gehen sie ihrem bevorzugten Thema nach und tauschen ihr Wissen und Denken über Hegel aus.
Am 10. Juni 1944 kommt Nico Rost in Dachau an. Als »Nacht- und Nebelgefangener« gehört er zu jener Kategorie von Häftlingen, denen es nicht gestattet ist, auch nur ein einziges Lebenszeichen nach außen zu schicken. Sie sollen aus ihrem bisherigen Umkreis wie bei »Nacht und Nebel« verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen. Schon am ersten Tag seiner Ankunft im Lager beschließt Rost, ein Tagebuch zu führen - für einen KZ- Häftling ein wahrhaft lebensgefährliches Unternehmen, das im Falle seiner Entdeckung den sofortigen Tod bedeuten kann. Mit Hilfe von Mitgefangenen schafft er es, vom 10. Juni 1944 bis zur Befreiung des Lagers am 29. April 1945 fast täglich seine Gedanken und Bemerkungen zum Lagerleben aufzuschreiben. Er benutzt dazu die Rückseite von alten Fiebertabellen, kleine Zettel, oft auch nur winzige Fetzen und versteckt das Geschriebene an einem sicheren Platz, den ihm der Oberpfleger seiner Abteilung im Krankenrevier, Heini Stöhr, gezeigt hat. Im Lager ist Rost unter den Häftlingen bald bekannt als der »verrückte Holländer, der Bücher verschlingt und Papier frißt«. In seinen Notizen befaßt sich Nico Rost vorwiegend mit drei Themen: Er beschreibt den Alltag im Lager, wo Brutalität der SS und Hilfsbereitschaft unter den Häftlingen, scheinbare Idylle im Krankenrevier und beständige Todesgefahr nahe beieinander sind. Dann beschäftigt er sich mit Menschen, die ihm begegnen, mit ihrem Leiden und mit ihrem Tod, den er oft genug miterlebt. Seinen beiden deutschen Mithäftlingen Adi Maislinger und Heini Stöhr setzt er ein unvergängliches literarisches Denkmal. Und immer wieder kreisen seine Gedanken um die Werke jener Dichter, die ihm wichtig sind. Dabei geht es ihm - wie könnte es anders sein -vor allem darum, seine Situation als Gefangener eines Unrechtssystems im Lichte von Freiheitsliebe und Kampf gegen Unterdrückung zu sehen. Einen Vers von Grillparzer, den er am 2. August 1944 aufschreibt, setzt er gleichsam als »Motto für Dachau«:
Dennoch wehrt er sich, das deutsche Volk in seiner Gesamtheit für die Barbarei der Nationalsozialisten verantwortlich zu machen, obwohl er sieht, daß gegen Ende 1944 der größte Teil der Deutschen - freiwillig oder unfreiwillig - noch hinter Hitler steht. Anhand von Gedanken zu Hölderlins Person und Werk, die er zwischen dem 15. und 18 September 1944 in sein Tagebuch schreibt, befaßt sich Rost mit diesem Problem. Vor allem in Hölderlins »Hyperion«, dessen Text ihm Adi Maislinger verschafft hat, erblickt er einen direkten Bezug zur Gegenwart, zu den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im Nazi-Deutschland. Rost meint, vielleicht habe erst der Faschismus kommen müssen, um die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung begreifen zu können, die aus Hölderlins Anklage gegen die Deutschen sprechen: »Man fragt nicht, ob ihr wollt! Ihr wollt ja nie, ihr Knechte und Barbaren! Euch will man auch nicht bessern, denn das ist umsonst! Man will nur dafür sorgen, daß ihr dem Siegeslauf der Menschheit aus dem Wege geht.« Bald darauf fügt Rost hinzu: »Müssen wir dieses Todesurteil über ein ganzes Volk nun bestätigen? Es ist so verführerisch, Hölderlin hat in so vielen Punkten recht. Und doch zweifle und zögere ich stets aufs neue. Ich kann und will nicht glauben, daß ein Volk in seiner Gesamtheit immer nur dumm und borniert sein und bleiben kann, ohne jedes Gefühl für menschliche Größe, daß es jahrhundertelang blind sein und bleiben wird für die Fülle des Lebens. (...) Nein, ich bin fest davon überzeugt, daß sich das - nach dem immer näher rückenden Zusammenbruch des Regimes - sehr schnell ändern wird. Und ist es letzten Endes nicht auch unsere Aufgabe, daran mitzuarbeiten, dabei zu helfen?«
Aber nicht nur die Hoffnung auf die Zukunft ist es, die Nico Rost nicht an den Deutschen verzweifeln läßt, sieht er sich doch in Solidarität mit zahlreichen Schriftstellern und Literaten, die aus Deutschland verjagt worden sind. Bereits einen Monat nach seiner Ankunft in Dachau legt er sich Rechenschaft ab über seinen Widerstand gegen die Nazis und schreibt am 13. Juli 1944 in das Tagebuch: »Wie hat es angefangen? Von meiner Vorliebe für die deutsche Literatur getrieben, habe ich mich seit 1933 beinahe mit den emigrierten deutschen Schriftstellern identifiziert, habe ihre Sache zu der meinen gemacht, Dutzende von Artikeln über sie und zu ihren Gunsten geschrieben, Proteste und Aufrufe, Vorlesungen und Versammlungen organisiert. Ihre Sache verteidigen, war für mich gleichbedeutend mit dem Kampf gegen den Faschismus. Meine deutschen Freunde waren die ersten, die gegen ihn kämpften, deshalb waren meine Sympathien gerechtfertigt. Sie haben - durch ihre Emigration - die große Linie der deutschen Literatur fortgesetzt. Ich habe mich dann - mehr noch als früher - in die deutschen Klassiker vertieft und angefangen, sie mit anderen Augen zu lesen. Dadurch habe ich noch deutlicher erkannt, daß Goethe und Schiller, Herder und Hölderlin noch leben werden, wenn alle Bindings und Jobsts, alle Dringers und Bluncks schon längst vergessen sind. Es gibt natürlich eine bleibende deutsche Literatur, und es gibt eine Naziliteratur, die schnell genug verschwinden wird.«
Lesen und Schreiben bedeuten für den Gefangenen nicht nur Fortführung des »literarischen Widerstandes« inmitten des Konzentrationslagers, sondern auch innere Zuflucht, und sie geben ihm Kraft zum Überleben: »Ich bin viel ruhiger, wenn ich lesen und schreiben kann, und es wird mir auch helfen, nicht immer an das Zuhause denken zu müssen, nicht an Edith - ob sie nicht aufs neue verhaftet oder wieder gefährdet ist? Ob es um ihre Gesundheit wieder besser steht? Ob die Fabrik, in der Tyl arbeitet, bombardiert wurde? (29. Juni 1944)« In diesen Worten klingen die Sorgen an, die Rost um seine Familie bewegen, um seine geliebte Frau Edith und seine Stieftochter Tyl. Monate später, in der Eintragung vom 19. September 1944, greift er das Motiv der Sorge wieder auf und meint, er könne sich in seinen Aufzeichnungen nicht in privaten Kümmernissen verlieren, sondern müsse sich auf das Jetzt im Lager konzentrieren: »Ich müßte ja dann immer wieder über meine Hoffnungen und Wünsche, über meine Sorgen und mein Elend sprechen, aber ich will mich doch gerade disziplinieren, meine Gedanken wollen all das meistern, Herr bleiben über die gesamte bisherige Materie, das heißt die Materie der SS, einer Brotkruste und der Wassersuppe, der Läuse und der Flöhe ...« Dabei kommen ihm die Goethe-Worte in den Sinn, die er zur Richtschnur für sein Leben im Lager wählt:
Als 1946 sein Tagebuch, versehen mit einem Vorwort von Anna Seghers, gedruckt wird, gibt Rost ihm den Titel »Goethe in Dachau«. Er tut dies aus dem sehr persönlichen Grund, weil er in solchen Worten Kraft zum Überleben gefunden hat, aber auch weil er in Goethe den Repräsentanten einer Kultur sieht, die nicht mit den Nazis gleichzusetzen ist: »Goethe ist für mich ein großer, weiser Mann. Er ist die Kultur. Für mich ist es das Problem, was die Kultur in so einem Lager noch wert ist. Ich muß das Buch schreiben.«
Im Frühling 1955, zehn Jahre nach der Befreiung, kehrt Rost nach Dachau zurück und besucht zum erstenmal die Stadt selbst. Er freut sich an der Blütenpracht des Hofgartens, er bewundert die Zeugnisse einer alten Bauernkultur, die in einigen Räumen des Schlosses ausgestellt sind, und schlendert durch die malerische Altstadt, die ihn an Spitzweg erinnert. Vergeblich sucht er im Heimatmuseum, in der Kirche nach einem Hinweis, nach einem Wort des Gedenkens an die mehr als 200 000 Gefangenen und vielen tausend Toten, die im nahen Konzentrationslager gelitten haben und gestorben sind. In seiner Stadtbeschreibung findet er zwar reichlich Erklärungen über Dachaus Geschichte in der Römerzeit und unter den bayerischen Kurfürsten, aber keinen Satz über die Ereignisse zwischen 1933 und 1945. Keiner der Passanten, bei denen er sich erkundigt, kann ihm etwas über die Tafel an der Sparkasse sagen, die an die sechs Opfer des Dachauer Aufstandes erinnert. Ein Polizist, den er fragt, ob in der Stadt ein Buch über das KZ zu kaufen sei, gibt ihm freundlich zur Antwort, so etwas werde er hier vergeblich suchen, das werde schon lange nicht mehr aufgelegt, es habe nicht gezogen.
Über dieses Nicht-Wissen oder Vergessen schreibt Nico Rost in seinem Büchlein »Ich war wieder in Dachau«, das im Jahre 1956 erscheint: »Die Bürger, an die der Gedenkstein an der Sparkasse erinnert, haben doch so unendlich viel mehr für ihre Stadt, ja für ihr Land getan als ein Max Emanuel oder der Höllerkuchen essende Karl Theodor, denn sie haben bewiesen, daß die Bevölkerung ihrer Stadt, daß das Spitzweg Städtchen Dachau nicht identifiziert werden darf mit der Hölle, die ,KZ Dachau' hieß.« Und Rost versucht die Lage der Dachauer während der Nazizeit zu verstehen, wenn er weiterschreibt: »Der fremde Besucher versucht, sich die Lage der Dachauer Einwohner in jenen Jahren vorzustellen. Er kennt den deutschen Faschismus, weiß, wie er dem Kleinbürgertum den letzten Rest selbständigen Denkens zu nehmen bemüht war, ihn seiner letzten Widerstandskraft zu berauben versuchte. Doch er will sich lieber daran erinnern, wieviel Sympathie die Bevölkerung oft den Lagerinsassen bewiesen hat, besonders in den letzten Tagen. Es hieße ja, das verbrecherische Raffinement des deutschen Faschismus und die beinahe wissenschaftlich ausgearbeiteten Vertuschungsmethoden der SS über ihre Verbrechen zu unterschätzen, wollte man behaupten, daß die Dachauer Bevölkerung diese Missetaten und Greuel in ihrem ganzen Umfang gekannt hätte. War doch sogar den meisten Häftlingen selber vieles von dem, was im Lager geschah, unbekannt geblieben.« Aber Rost fügt auch hinzu: »So kann es gewesen sein, in den Jahren bis 1945 - so dürfte es heute nicht mehr sein.«
Von der Stadt aus geht Rost hinaus zum ehemaligen Konzentrationslager. Er hofft, dort »eine Weihestätte, eine Stätte pietätvoller Erinnerung« vorzufinden. Der Anblick der Baracken, die alle noch stehen, trifft ihn wie ein Schlag. Er sieht die vielen Flüchtlinge, die das Lager bewohnen, und fühlt sich vom jetzigen Zustand in seinen Gefühlen aufs tiefste verletzt. An der Wand von Block 5, in dem die medizinischen Versuche durchgeführt worden und viele Häftlinge aufs grausamste gestorben sind, erblickt er ein Schild mit der Aufschrift: »Lebe besser-spare durch Ritter-3 % Rabatt.« Entsetzt schreibt er, das sei der Block gewesen, »in dem damals nicht ,besser gelebt', aber schlechter und grausamer gestorben wurde als irgendwo sonst auf der Welt«. An Block 4 lädt ihn ein Plakat zum Besuch der »Christel von Ammergau« ein, ufgeführt durch Heinis Bauernbühne, »mit anschließendem Tanz«. Schaudernd denkt Rost an die Hinrichtung eines jungen Russen zurück, die an diesem Platz geschehen ist. Er ist wegen einer gestohlenen Gabel gehängt worden. Die Lagerkapelle hat dazu das Lied spielen müssen: »Muß i denn, muß i denn zum Städtele hinaus ...« Rost macht beim Gehen durch das Lager weitere Entdeckungen, die ihn erschüttern: eine Kinoreklame, die den Film »Sehnsucht nach Deutschland« ankündigt, eine Kohlenhandlung in Block 26, dem einstigen Priesterblock, das Magazin einer Lederhandlung im ehemaligen Bunker, in Block 17, dem früheren Revier für Tbc-Kranke, ein Fotogeschäft, das neben Postkarten vom Krematorium Bilder von Brautpaaren und von der Ersten Kommunion verkauft. Bei seinem Aufenthalt im Lager verstärkt sich in Nico Rost der Eindruck, hinter aller Normalität, auch hinter der »Normalität eines Flüchtlingslagers« stehe ein »System des absichtlichen Vergessenlassens«. »Schritt für Schritt«, meint er, »lassen sich so (...) wirkungsvoll die Beweise beseitigen, daß hier Menschen zu Tieren erniedrigt und dann erschlagen wurden ...«
Wie ein Protestschrei kommt es aus ihm heraus: »Die SS vertilgte die Häftlinge. Die heutigen Behörden vertilgen die Spuren der SS - anstatt die Spuren der SS-Opfer zu heiligen.« Gegen das Vergessen stemmt sich Nico Rost mit aller Kraft. Als Schlußpunkt seines Büchleins »Ich war wieder in Dachau« setzt er seinen Aufruf, das Lager in eine würdige Gedenkstätte umzugestalten: »Die internationalen Widerstandskämpfer fordern darum - und sie werden nicht aufhören, dies zu fordern, bis sie ihr Ziel erreicht haben -, daß jede weitere Beseitigung und Veränderung der Gedenkstätte im früheren KZ Dachau sofort eingestellt, daß jeder weiteren Vernichtung und Entweihung sofort Einhalt geboten wird. Sie verlangen die pietätvolle Erhaltung dieser durch soviel Blut und Leiden geheiligten Stätte, ihre Pflege und Umgestaltung in einen internationalen Gedenk- und Wallfahrtsort, als würdige Erinnerung an die unzähligen Opfer, als ein ewiges Mahnmal! Die internationalen Widerstandskämpfer sind fest davon überzeugt, daß sie mit dieser Forderung dem Frieden und dem deutschen Volke dienen.« Dieser Aufruf geht ein in die Appelle, welche die Lagergemeinschaft Dachau der ehemaligen KZ-Häftlinge an die deutsche Öffentlichkeit und an die Bayerische Staatsregierung richtet.
Erst nach Jahren erfüllen sich die Hoffnungen Nico Rosts und seiner Freunde. 1965 ist die KZ-Gedenkstätte verwirklicht. Rost, der mit seiner Frau Edith in Amsterdam lebt, ist nach dem Krieg wieder als Schriftsteller und Essayist tätig. In den frühen sechziger Jahren fahren ihn oft Reisen nach Deutschland, besonders nach Bayern, wo er an Akademien und Volkshochschulen Vorträge hält, in denen er das Vermächtnis des Widerstandes gegen Hitler an seine Zuhörerschaft weitergibt und das Gedenken an die Toten wachhält. Besonders die Jugend ermahnt er, Lehren aus der deutschen Vergangenheit zu ziehen, damit ihr Frieden und Freiheit erhalten bleiben. Am 1. Februar 1967 stirbt Nico Rost an den Folgen eines Unfalls. Der Geist, aus dem er seit seiner Befreiung gelebt und gewirkt hat, findet sich in einem Text von Heinrich Mann, den Rost in einem Brief an seinen Freund Adi Maislinger aufgeschrieben hat: »Keiner von uns starb gern. Keiner starb mit Recht. Das Wohl des Menschengeschlechtes und unser eigenes Wohl fordern Verhungerte so wenig wie Erschossene. An die Toten werde gedacht wie an Mahner. Was seither besser geworden ist in unserem Zusammenleben, ist durchsetzt mit ihrem Tode. Wir gehen auch weiterhin, gerade als Lebende und am Leben Arbeitende, mit diesen Toten Hand in Hand.«
Dokumentation: Simon Andrä